Wie es nach dem Durchschauen der Ich Illusion weitergeht

Das Durchschauen der Ich Illusion ist der erste und wichtigste Schritt zum Erwachen. Man nennt ihn auch den Stromeintritt. Denn hast du die erste Fessel erstmal durchschaut, bist du drin im Strom und alles weitere entfaltet sich von selbst.

Nach dem Durchschauen der Ich Illusion ist erst mal eine Pause angesagt. Es ist jetzt nicht mehr möglich an den Punkt zurück zu kehren, wo es das Ich noch zu geben schien. Die Täuschung kann nie wieder hergestellt werden. Wird sie es doch, oder gibt es darüber noch Zweifel, dann weiß du, dass du die erste Fessel noch nicht ganz durchschaut hast.

Es kommt oft vor, dass es zunächst ein rein intellektuelles Wissen über die Täuschung gibt und du tatsächlich glaubst, du hättest es. Aber du hast es dann “nur verstanden”.

Wenn die Fessel fällt gibt es einen deutlichen Shift und 110%ige Klarheit – so klar wie klar ist, dass Gras grün ist. Denn auch wenn es nichts Sicheres gibt, worauf wir uns verlassen können – ob es das Ich tatsächlich gibt oder nicht kann tatsächlich sicher gesehen werden.

Mit der ersten Fessel – dem Persönlichkeitsglaube – fallen auch die beiden nächsten Fesseln weg. Die zweite Fessel: Die Daseinssorge. Und die dritte Fessel: Das Hängen an Regeln und Rieten. Hier findest du mehr Infos zu den 10 Fesseln.

Es gibt nun noch 6 weitere Annahmen, die dem vollständigen spirituellen Erwachen im Weg stehen.

Sie fallen dir auf, wenn es soweit ist.

In der Pause werden wahrscheinlich viele Gefühle auftauchen. Sie hingen am Ich und lösen sich nun. Wenn diese Gefühle auftauchen, dann fühle sie einfach. Mache sie nicht größer oder kleiner. Gefühle sind Körperempfindungen + Name. Fühle also die Körperempfindungen. Den Druck auf der Brust, das Ziehen im Bauch, die zugeschnürte Kehle… mehr ist nicht nötig.

Früher oder später wirst du bemerken, dass du in bestimmten Situationen reagierst. Weil du sie anders haben willst, als sie sind. Vielleicht erscheint sogar ein größeres Problem. Etwas, das dich belastet, was du gerne los wärst.

So zeigen sich die nächsten beiden Fesseln. Die Annahme es gäbe so etwas wie Wunsch oder Ablehnung. In der traditionellen buddhistischen Sprache nennt man diese Annahmen Begierde und Widerwillen.

Wir glauben, dass Begierde und Widerwillen uns dazu veranlassen etwas zu tun, damit wir etwas erreichen, was wir wollen oder damit wir etwas los werden, was wir nicht wollen.

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