Wie fühlt es sich an, die Ich Illusion durchschaut zu haben?

In dem Moment, in dem du die Ich Illusion durchschaust, ist alles klar wie Kloßbrühe. Du möchtest dir mit der flachen Hand vor die Stirn klatschen und fragst dich, warum du das vorher nie gesehen hast. Es ist einfach so offensichtlich, so banal.

Der Moment ist tatsächlich zu vergleichen mit dem Moment, als du erkannt hast, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Das er nur eine Figur aus einer Geschichte ist, die dir deine Eltern erzählt haben. Eine Figur, wie all die anderen aus deinen Märchenbüchern. Nur dass dich deine Eltern haben glauben lassen, dass es den Weihnachtsmann wirklich gibt.

Genau so, wie du gesehen hast, dass auch der Weihnachtsmann nur eine Figur aus einer Geschichte ist, ist es die Ich Illusion zu durchschauen.

Du erkennst, dass es das Ich nie gegen hat. Dass es auch nur eine Geschichte ist. Aber wie beim Weihnachtsmann dachtest du, es gäbe das Ich wirklich.

Mehr ist es nicht. Es ist ganz banal. Es hat nichts mystisches, nichts lyrisches, nichts meditatives. Und du wirst dich fragen, warum du das nie gesehen hast.

Deswegen wirst du den Moment, in dem du die Ich-Illusion durchschaust  sofort als solchen erkennen. Es gibt dann keinen Zweifel mehr. Denn das Erkennen findet nicht in Gedanken statt, oder im Traum, oder während der Meditation. Es ist einfach da, im echten Leben, etwas ganz reales.

Du bist der Weihnachtsmann.

Vielleicht solltest du dir vorher, bevor du dich auf die Suche machst, überlegen, wonach du eigentlich suchst. Was ist die Ich Illusion? Was ist das Ich? Der Begriff “das Ich” ist ja doch sehr abstrakt. Du könntest genauso gut sagen, dass es dich nicht gibt. Dich, als Person. Dich, als eigenständige Person, die zusätzlich zur Welt/zum Erleben existiert. Die Ich Illusion ist durchschaut, wenn du erkennst, dass du dieses zusätzliche, von der Welt getrennte, nicht bist.

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